Muzicant kritisiert Israels rechte Likud-Partei: „Ein absoluter Skandal“
Seit Anfang Februar finden sich die israelische Regierungspartei Likud und die FPÖ in derselben Parteienfamilie wieder. Bei ihrem Kongress in Madrid fasste die Patrioten-Partei, zu deren 14 europäischen Mitgliedsparteien auch die FPÖ zählt, den Beschluss, der Likud-Partei einen Beobachterstatus zuzusprechen.
Dieser Schritt der Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist bemerkenswert, da die Likud-Partei bisher jegliche Annäherung zur FPÖ ausgeschlossen hat. Wie ein Vertreter des Likud, Ariel Bulshtein, gegenüber der „Presse“ erklärte, wolle seine Partei allen europäischen Rechtsparteien „die Hand reichen“, auch den Patrioten. Gleichzeitig sei man sich „der problematischen Geschichte“ der FPÖ bewusst und bleibe weiterhin zu ihr auf Distanz.
Wie haben Sie davon erfahren, dass der Likud Beobachterstatus bei den Patrioten, einem Zusammenschluss rechter europäischer Parteien, dem auch die FPÖ angehört, bekommen hat – wussten Sie, dass das vorbereitet wird?
Ariel Muzicant
Es gab immer wieder Gerüchte, dass es Gespräche mit verschiedenen Parteien aus der rechten Ecke gibt. Eine kleine Gruppe des Likud hat andere Ansichten als die alteingesessenen Parteimitglieder. Ich halte diesen Schritt von einigen Herrschaften des Likud für einen absoluten Skandal. Sie beleidigen damit sechs Millionen ermordete Juden. Und das habe ich deutlich in Israel gesagt.
Sie tun das in Israel, nicht in Wien?