Ghislaine Maxwell schmiegt sich an Jeffrey Epstein
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Ghislaine Maxwell sitzt zur Zeit als Häftling mit VIP-Behandlung in Texas. Opfer brandmarken sie als grausame Zulieferin von Epsteins Missbrauchs-Maschinerie.

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Es ist ein gespenstisches Bild, das kürzlich um die Welt ging. Ghislaine Maxwell, zum Schutz gegen die scharfe Sonne von Zentral-Texas mit einem Regenschirm bewaffnet, spaziert in Shorts durch den Innenhof des „Federal Prison Camp“ von Bryan, Texas. Sie vermittelt den Eindruck einer leicht heruntergekommenen Müßiggängerin, die zwecks Frischluft lustwandelt, fast wie aus einem Edith-Wharton-Roman gepurzelt. Bryan hat im Vergleich zu jener Anstalt in Florida, in der die Langzeitgefährtin des Sexualstraftäters und Milliardärs Jeffrey Epstein nach ihrer Verurteilung zu 20 Jahren Haft ursprünglich eingesessen war, den Ruf eines Privilegienknasts. 

Jamie Raskin, Jurist und Senator der US-Demokraten, verlangte von Donald Trump deswegen Antworten auf viele Fragen, insbesondere: Warum wurde eine wegen Menschenhandels mit Minderjährigen, Beihilfe zu schweren Sexualverbrechen und Anbahnung von Kontakten zum Zweck des Missbrauchs verurteilte Straftäterin in einen solchen Promi-Bau transferiert? Warum darf sie sich dort, wie ein Whistleblower aus dem Prison Camp berichtete, ihre Mahlzeiten selbst zusammenstellen? Ständigen Zugang zu in Spürhundeausbildung befindlichen Welpen haben, die andere Insassinnen nur einmal im Monat streicheln dürfen? Warum bekommen ihre Besucher kalte Getränke und Snacks? Und warum ist es der 63-Jährigen offenbar gestattet, Angestellte des Gefängnisses wie persönliche Assistenten zu behandeln? Die Frage des Senators, warum Maxwell auch noch unlimitierten Zugriff auf Toilettenpapier bekommen hat, erscheint dann doch etwas übereifrig.

Es scheint klar: Maxwell muss einen Deal haben. Ohne Gegenleistungen wären ihre Fenster nicht gitterfrei und ihre Klopapierrollen nicht endlos. „Der Hund, der noch nicht gebellt hat“ (so bezeichneten Epstein und der vormalige Prinz Andrew, heute Mr. Mountbatten-Windsor, Donald Trump in einer Mail-Korrespondenz) möchte womöglich den Ball weiter flach halten.

Ungeachtet möglicher Backstage-Deals über Strafmilderung und Haftzeitreduktion steht seit Erscheinen der posthumen Memoiren des Epstein-Opfers Virginia Roberts Giuffre („Nobody’s Girl“) fest: Maxwell war die „ebenbürtige Hälfte eines verhexten, verfluchten Ganzen“. Roberts schreibt: „Maxwell öffnete für mich und viele andere das Tor zur Hölle. Sie hat uns in allen erdenklichen Facetten zerstört. Ohne sie hätte ich den Pädophilen Epstein nie getroffen. Ghislaine hat sich an uns wie ein Wolf in Schafskleidung herangeschlichen und ihre weibliche Identität benutzt, um uns zu ködern und in Sicherheit zu wiegen.“

In vielen Berichten von früheren Weggefährten des britischen Upper-Class-Girls, das als Tochter des zwielichtigen Medienmoguls Robert Maxwell in allem erdenklichen Luxus, aber auch unter brutal schikanösen Erziehungsmethoden aufwuchs, wird Maxwell als brutale Mädchenfischerin geschildert. Mit verlässlichen Instinkten habe die inzwischen finanziell Abgebrannte (ihr Vater hat Schulden in Milliardenhöhe hinterlassen) für ihren steinreichen Lebensgefährten Epstein das „Material“ im Vorfeld auf Manipulierbarkeit, sozial schwachen Hintergrund, Anfälligkeit für Luxus und Lolita-Aura gescannt. 

„Für sie waren diese Geschöpfe nichts als Trash“, erklärt eine Ex-Freundin in der Doku „Filthy Rich“. In welcher toxischen Abhängigkeit Maxwell auch nach Beendigung der Liebesgeschichte mit ihrem pädophil-perversen „Boyfriend“, der nach seiner Verhaftung 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden wurde, gestanden haben muss, zeigen viele Fotos, auf denen sie ihn devot-bewundernd anlächelt. Manche Zeitgenossen sprechen von einer absoluten Hörigkeit auch nach der Trennung. Maxwell, durch ihre Upperclass-Herkunft auch mit Andrew befreundet, hatte dessen sexuelle Begegnung mit Virginia Roberts Giuffre vermittelt, die von Maxwell am Tag danach das abgründige Lob „Der Prinz war mit dir zufrieden“ bekam. „In Wahrheit war sie der noch bösere und grausamere Mensch als Epstein selbst“, resümierte Roberts Giuffre in einem TV-Interview: „Wegen ihrer Zuhälterei sind Hunderte junge Frauen durch die Hölle gegangen.“

Angelika Hager

Angelika Hager

leitet das Gesellschafts-Ressort