Aussenrollläden zum Sonnenschutz vor den Fenstern einer Wohnung in Wien
Sechs Tipps gegen heiße Wohnungen – auch ohne Klimaanlage
Wer hätte nicht manchmal gerne das nötige Kleingeld, um sich ein Schneezimmer daheim einrichten zu lassen. Aber selbst, wer etwas kleinere Brötchen in der Sommerhitze backen will, und sich eine einfache Klimaanlage installieren möchte, scheitert an Auflagen.
Und selbst, wenn es verführerisch ist, aber wer im Pfusch Klimageräte aufstellt, riskiert nicht nur Strafen, sondern auch seine Gesundheit. Denn bei der Kombination von Gasthermen und mobilen Klimageräten kann es zu tödlichen Kohlenmonoxid-Unfällen kommen. Bei den Handwerkern ist aber auch Obacht geboten: Die Wiener Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker warnen vor unseriösen Anbietern. Eine Liste von nicht vertrauenswürdigen Handwerksbetrieben der Wirtschaftskammer gibt es hier.
Neben Klimaanlagen setzen Wohnungs-Eigentümer auch auf andere Maßnahmen, um die Hitze einzudämmen. Wiener Wohnen fördert etwa die Installation von außenliegenden Sonnenschutzmaßnahmen. Das Umweltministerium verweist auf 181 Millionen Euro für den Sanierungsbonus ab 2027. 7.900 Wohnungen im Eigentum von gemeinnützigen Bauvereinigungen wurden 2025 thermisch saniert. Das hat ihr Verband, der GBV, in seiner Baubilanz resümiert.
Wer nicht im Genuss ist, von so einer Sanierung zu profitieren, kann selbst diese Maßnahmen ergreifen, zusammengetragen aus Tipps der Arbeiterkammer und von Klimaaktiv, der Klimaschutzinitiative des Bundes:
- Rollos und Fensterläden: Leider keine ganz niederschwellige Maßnahme, aber dafür sehr effektiv. Außenliegender Sonnenschutz hält die Hitze davon ab, überhaupt ins Zimmer zu dringen. Aber hier gilt dasselbe wie für außenliegende Klimageräte: Für die Montage in Mietwohnungen braucht es die Zustimmung der Vermieterinnen und Vermieter, Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer müssen die anderen Parteien fragen.
- Innenliegender Sonnenschutz: Vorhänge oder Jalousien sind eine alternative Möglichkeit zu der Installation an der Fassade. Diese Lösungen sind allerdings deutlich weniger effektiv. Dunkle, schwere Vorhänge speichern Wärme, also lieber auf helle, leichte Varianten zurückgreifen. Dasselbe gilt übrigens für Polstermöbel und Teppiche, lieber im Sommer darauf verzichten.
- Sonnenschutzfolien: Diese Folien werden direkt auf die Fensterscheibe geklebt und reflektieren einen Großteil der Sonnenstrahlen. Sie eignen sich besonders als eine unauffällige und kostengünstige Lösung in Mietwohnungen. Außen angebrachte Folien sind dabei wieder deutlich effektiver als innenliegende. Stark verspiegelte Folien sollten nur im Dachgeschoss verwendet werden, um Blendungen zu vermeiden. Bei Wärmeschutz- oder Dreifachverglasung kann die falsche Folie zu Spannungsrissen im Glas führen.
Wenn an der Fassade nichts verändert werden darf, gibt es trotzdem Lösungen
- Richtig Lüften: Wir haben es alle schon gehört, Fenster auf in der Früh und am Abend. Aber nicht nur die Fenster, auch Türen von Schränken oder Einbauschränken öffnen, damit sich dort keine Wärme staut. Und offene Türen innerhalb der Wohnung unterstützen die Zirkulation der Luft.
- Unnötige Wärmequellen vermeiden: Elektrische Geräte erzeugen auch im Stand-by-Modus Wärme, deswegen lieber ausschalten, wenn nicht gebraucht. Absolute Hitzequellen sind Kochen und Backen, an Hitzetagen deswegen vielleicht auf andere Zubereitungsarten zugreifen. Um schwere Mahlzeiten zu verdauen, braucht der Körper übrigens auch mehr Energie.
- Nasser Stoff: Die Raumtemperatur kann runtergekühlt werden, indem feuchte Handtücher oder Baumwoll-Betttücher direkt vor ein Fenster oder über einen Wäscheständer im Raum gehängt werden. Mit einem Ventilator verteilt sich die Kälte noch besser im Zimmer. Ist die Luftfeuchtigkeit schon sehr hoch, zum Beispiel an sehr schwülen Sommertagen, funktioniert der Trick nicht mehr. Auf jeden Fall lüften nicht vergessen, um die Feuchtigkeit im Raum zu senken.