Walter Ruck spricht bei einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer Wien ins Mikrofon.
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Hinter den Kulissen der Ruck-Leaks: Sieben Fakten zur Recherche

profil liegt das Protokoll eines vertraulichen, mehrstündigen Gesprächs vor, in dem der Wiener Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck darüber spricht, wie er Einfluss auf Postenbesetzungen genommen haben will. Sieben Fragen und Antworten zur Recherche.

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Was sind die Ruck-Leaks? 

Die Niederschrift eines mehrstündigen Gesprächs, das Ende 2025 in vertraulichem Rahmen stattgefunden hat. Das Protokoll liegt profil und der „Kronen Zeitung“ exklusiv vor. Im Zentrum steht der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck, der dort offen aus dem Nähkästchen plaudert. 

Woher weiß profil, dass die Leaks echt sind? 

profil kennt den Ort des Treffens und die Namen der übrigen Gesprächsteilnehmer, erwähnt sie aber bewusst nicht, um allfällige Hinweisgeber nicht zu gefährden. profil und „Krone“ konnten sich in der gemeinsamen Recherche eindeutig von der Echtheit der Zitate überzeugen und können diese auch vor Gericht belegen. Ein Beteiligter bestätigte zudem den Gesprächsverlauf. 

Was sagt Ruck selbst zu den Leaks? 

Einer seiner Sprecher betont auf Anfrage, dass Ruck die Zitate „nicht bestätigen“ könne.  

Worüber spricht Ruck in den Leaks? 

In den uns vorliegenden Protokollen, erzählt Ruck freimütig, wie er Postenbesetzungen und politische Ämter zugunsten von Familienmitgliedern und Parteifreunden orchestriert haben will. Er geht aber auch mit der eigenen Partei hart ist Gericht. Er erklärt, warum er lieber mit Männern als mit Frauen arbeitet. Und warum er auch in der größten Krise der Wirtschaftskammer seit Jahrzehnten kein Interesse an tiefgreifenden Kammerreformen hat. Spoiler: Am Ende geht es immer um sehr viel Geld.

Um welche Posten geht es konkret?

Es geht im Kern um mehrere heikle Postenbesetzungen und Rucks Einfluss darauf. In einem Fall geht es um Walter Rucks 36-jährigen Sohn Alexander, der im Vorjahr – zur Überraschung vieler politischer Beobachter – zum Spitzenkandidaten der ÖVP Döbling für die Wiener Gemeinderatswahl nominiert wurde. Laut dem Gesprächsprotokoll, aus dem profil in der aktuellen Coverstory zitiert und das auch der „Krone“ vorliegt, hat Walter Ruck nachgeholfen: Die Döblinger Listenerste Margarete Kriz-Zwittkowits habe von ihm, Ruck, einen „Befehl bekommen, sie hat salutiert und hat gesagt: ‚Ok, ich verzichte‘. Und hat meinen Sohn vorgeschlagen und hat für ihn gekämpft“. In einem zweiten Fall geht es um die umstrittene Besetzung der Wiener Wirtschaftsagentur. Im Sommer 2025 wurde der frühere Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka zum zweiten Geschäftsführer bestellt. Auch hier will Ruck laut dem Gesprächsprotokoll Einfluss genommen haben: Juraczka habe sich bei ihm um einen Job erkundigt, daraufhin habe Ruck seinen Parteifreund bei einem Treffen mit SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig im Schweizerhaus vorgeschlagen.  

Über wen spricht Ruck sonst noch?

Über eine ganze Reihe von Menschen und Sachverhalten. Brisant ist insbesondere, was er laut dem Protokoll über seine Partei – die ÖVP – sagt: Es sei „doch eine super Situation für die SPÖ Wien“, wenn sie alles gemeinsam mit der „bürgerlichen Organisation“ Wirtschaftskammer mache. Das immunisiere die Stadtregierung laut Ruck vor Kritik: „Wir sitzen gemeinsam in der Wirtschaftsagentur und machen die Förderpolitik.Sollen wir sie kritisieren? Nein, wir werden sie nicht kritisieren.“ Ruck laut Protokoll: Die ÖVP spiele keine Rolle – und wenn seine Partei „zu keck“ werde, dann komme der Wirtschaftskammer-Präsident und sorge für Ruhe. 

War das schon alles? 

Nein. Deutlich mehr Details sind in der profil-Coverstory zu lesen. Und: profil arbeitet bereits an weiteren Recherchen, die sich aus den Leaks ergeben. Schauen Sie am Montag auf profil.at vorbei. Oder abonnieren Sie unseren Morgennewsletter: profil.at/fruehstueck.

Marina Delcheva

Marina Delcheva

leitet das Wirtschafts-Ressort. Davor war sie bei der „Wiener Zeitung“.

Jakob Winter

Jakob Winter

ist Digitalchef und seit 2025 Mitglied der Chefredaktion bei profil. Gründete und leitet den Faktencheck faktiv.