Ein Mann redet gestikulierend vor einem FPÖ-Logo. Es ist Parteichef Kickl.
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70. Geburtstag der FPÖ: Ein bisschen Hass muss sein

Die FPÖ feiert ihren 70. Geburtstag mit einem Festakt in der Hofburg und Roberto Blanco am Stephansplatz. Das blaue Wesen ist gut erforscht, zeigt aber Anomalien, die man von Herbert Kickl so nicht erwartet hätte.

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Mit 70 Jahren ist die FPÖ schon eine alte Dame, wobei es sich bei ihr eher um eine in die Jahre gekommene Furie handelt. Die Bezeichnung ist gerechtfertigt angesichts des Vokabulars des Bundesparteiobmanns. Seit den gescheiterten Regierungsverhandlungen mit der ÖVP im Februar 2025 hat sich Herbert Kickl weiter radikalisiert. Die Dreierkoalition nennt er gern einen „Swingerclub“. Die FPÖ und ihr Generalsekretär Christian Hafenecker verloren bereits – nicht rechtskräftig – Gerichtsverfahren, weil sie Außenministerin Beate Meinl-Reisinger vorgeworfen hatten, sie würde mit Geldkoffern in die Ukraine reisen, um Steuergeld in bar zu übergeben.

Ist all das noch Spott oder schon Hass auf den Mitbewerber?

Samstagnachmittag begeht die FPÖ – mit fast dreimonatiger Verspätung – ihren 70. Geburtstag. Ihr Gründungsparteitag erfolgte am 7. April 1956 im Hotel „Weißer Hahn“ in der Wiener Josefstadt mit 130 stimmberechtigten Funktionären. Ein Originalfoto zeigt ein Plakat im Veranstaltungssaal mit dem Leitspruch: „Glaube – Treue – Opferbereitschaft. Dann gehört uns die Zukunft“.

Ein 70. Geburtstag will gefeiert werden, daher gibt es zwei Events: einen staatstragenden Festakt in der Hofburg mit internationaler rechtspopulistischer Gästeschar wie AfD-Chefin Alice Weidel; und ein Volksfest vor dem Stephansdom mit dem deutschen Schlagerstar Roberto Blanco („Ein bisschen Spaß muss sein“).

Gernot Bauer

Gernot Bauer

ist seit 1998 Innenpolitik-Redakteur im profil und seit 2025 Leiter des Innenpolitik-Ressorts. Co-Autor der ersten unautorisierten Biografie von FPÖ-Obmann Herbert Kickl.