++ THEMENBILD ++ HIPP-RÜCKRUF: WOHL ZWEITES MANIPULIERTES GLAS IM BURGENLAND VERKAUFT
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Gift-Alarm bei Hipp: Spur zu möglichem Täter?
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Der Frühling ist die Zeit der Pläne, der Vorsätze – und im Burgenland die Zeit der Grillutensilien. Im einzigen Interspar Eisenstadts, einem Gigamarkt mit Giga-Parkplatz, locken dieser Tage stapelweise Anzünder der Marke Husch genauso wie Grillstationen, Grillzangen und BBQ-Saucen der Geschmacksrichtung Honig-Senf in schwarzen Flaschen. Hinter der Eingangsschranke findet sich alles, was das Heim begehrt. Dort, gegenüber den Regalen mit den Nähnadeln, Garn, Decken und Alpaka-Polster um 59,90 Euro, befindet sich die Abteilung mit Babynahrung. Sie ist verwaist. Seit vergangenem Wochenende ist bekannt, dass dieser ruhige Supermarktflur ein Tatort internationaler Größenordnung ist.
Der Kriminalfall, der sich hier abgespielt hat, bringt nicht nur die österreichische Polizei an den Rand ihrer Kapazitäten, er sorgt auch in drei weiteren Ländern für Ermittlungen. Die Causa versetzt Familien mit Babys in weiten Teilen Mitteleuropas in Angst und Schrecken und bringt einen der größten Lebensmittelhersteller Europas unter massiven Druck.
In diesen Supermarktgängen zwischen Windeln und Tuchenten soll jemand umhergeschlichen sein und zwei mit hochgefährlichem Rattengift versetzte Babybrei-Gläschen der Marke Hipp in die Regale gestellt haben. Davon jedenfalls geht die Polizei aufgrund eines Erpresserbriefes aus, der in einem Postfach des Konzerns landete. Und dort – laut Angaben des Unternehmens – zwei Wochen lang ungelesen blieb. Die Frist für die Überweisung von geforderten zwei Millionen Euro in Kryptowährung verstreicht am 2. April 2026. Der Erpresser macht seine Drohung wahr.
An Mittwochabend dieser Woche sind sechs Metallregale der Babyabteilung im Eisenstädter Interspar, die vergangene Woche noch mit allerlei pikanten und fruchtigen Hipp-Breien vollgeräumt waren, komplett leer. Es fehlen nicht nur die Gläschen. Auch sonst finden sich keine Produkte von Hipp auf den Verkaufsflächen. Keine Feuchttücher, keine Milchpulverpackungen, keine Quetschies. Alle Produkte wurden zurückgezogen.
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Die Behörden bitten Konsumenten, beim Öffnen der Gläschen penibel auf das charakteristische „Plopp“-Geräusch zu achten. Andernfalls ist das Sicherheitssiegel beschädigt. Die Gläser wurden wohl nicht während der Produktion vergiftet und in Chargen geschmuggelt. Vielmehr dürfte sie der Täter erworben, geöffnet, mit Gift angemischt und in Supermärkte in drei Ländern eingeschleust haben.
Der Absender beschreibt seinen Plan in dem englischsprachigen Mail an Hipp in erschreckender Detailtiefe: Sechs giftige Gläser will er unter die Verkaufsware mischen – zwei in Tschechien, zwei in der Slowakei, zwei in Österreich. Die Gläser würde er mit einem weißen Sticker und einem roten Kreis markieren – als Beweis, dass er es ernst meint. Eskalationsstufe eins. Was danach folgt, bleibt offen.
Tödliche Gläschen
Blutungen, ausgeprägte Schwäche oder auffällige Blässe sind laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) erste Anzeichen für eine mögliche Vergiftung. Bei entsprechender medizinischer Behandlung sind die Symptome auch gut in den Griff zu bekommen, treten in der Regel aber erst zwei bis fünf Tage nach der Einnahme des Gifts auf. Bleibt der Verzehr des Pestizids unentdeckt, sind die Folgen allerdings gravierend: innere Blutungen, Blutergüsse, Nasen- oder Zahnfleischbluten, Blut im Urin oder Stuhl, Atemprobleme, Krampfanfälle. Im schlimmsten Fall: massive innere Blutungen, Organversagen – und am Ende der Tod.
Das Bundeskriminalamt in Österreich ermittelt in der Causa Hipp gemeinsam mit Kriminalbeamten aus Ingolstadt (Soko „Glas“) mit Hochdruck. Sie versuchen, ein Täterprofil zu erstellen. Derzeit gehen sie eher von einem Einzeltäter aus als von einer Gruppe.
Eine zentrale Spur: ein möglicher Bezug zum Unternehmen. Gemeinsam mit der Personalabteilung wird geprüft, ob es Konflikte gab – aktuelle oder vergangene. Trennungen im Streit. Auseinandersetzungen, die vor Gericht endeten. Andere Verwerfungen, die jemanden zu einer solchen drastischen Tat treiben könnten. Auch wird untersucht, ob es Personen gibt, die in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen mit Hipp in rechtliche Konflikte geraten sind. Und laut profil-Informationen hat man da einige heiße Hinweise gefunden.
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Ein Verzehr des im Burgenland sichergestellten Hipp-Glases, das 15 Mikrogramm Rattengift enthielt, wäre nicht lebensgefährlich gewesen. Nach dem zweiten Glas wird noch gesucht.
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Ein Verzehr des im Burgenland sichergestellten Hipp-Glases, das 15 Mikrogramm Rattengift enthielt, wäre nicht lebensgefährlich gewesen. Nach dem zweiten Glas wird noch gesucht.
Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn: Wird sich der Erpresser erneut melden? Seine Forderungen wurden bislang nicht erfüllt. Die Postfächer werden inzwischen engmaschig überwacht, beinahe im Minutentakt – auch nachts flackern die Bildschirme in der Zentrale in Bayern.
Unterdessen wurden im Burgenland alle verfügbaren Kräfte zum Großeinsatz in Eisenstadt und den umliegenden Gemeinden zusammengezogen. Von frühmorgens bis spätabends patrouillieren Beamtinnen und Beamte, gehen von Tür zu Tür, arbeiten eine Namensliste ab: Eltern mit kleinen Kindern.
Die Gläser in Tschechien – in Brünn – und in der Slowakei – in der Region Dunajská Streda – werden rasch gefunden. Die fünfte von sechs giftigen Portionen lag in einem Vorratsschrank in Schützen am Gebirge, zwölf Autominuten östlich vom Eisenstädter Interspar entfernt. Der Vater eines Babys hatte die Berichterstattung verfolgt und fand ein Tiegelchen mit weißem Sticker und rotem Kreis auf dem Boden – genau so, wie es im Erpressungsschreiben beschrieben war. Der Brei in Schützen war tatsächlich vergiftet und lebensgefährlich.
Wo das sechste Glas ist oder ob der Täter Hipp, die Ermittlungsbehörden und vier Länder bloß mit der vergeblichen Suche danach beschäftigen will, ist bis Redaktionsschluss nicht bekannt. Vielleicht liegt es gerade in einer Lade oder einer Speisekammer irgendwo auf der anderen Seite der österreichisch-ungarischen Grenze – Sopron ist nur einen Katzensprung entfernt. Vor dem Geschäft jedenfalls parken viele Autos mit ungarischem Kennzeichen, viele Ungarn arbeiten hier. Dass sich der Täter just diesen Eisenstädter Supermarkt ausgesucht hat, ist wohl Kalkül. Er wusste, dass er die Polizei damit unter massiven Ermittlungsdruck bringt, denn das Einzugsgebiet ist grenzüberschreitend.
Imageschaden
Die Tat birgt nicht nur ein hohes Risiko für Kinder und andere Menschen, die keine feste Nahrung zu sich nehmen können – auch in Altersheimen etwa steht Babynahrung am Speiseplan. Sie bedeutet auch für das Unternehmen Hipp nicht absehbare wirtschaftliche Folgen, beschädigt das Image der Marke wohl für lange Zeit.
Die klaffende Lücke in den Verkaufsregalen zeigt auch Hipps Größe. Seit 1899 stellt das Familienunternehmen Babynahrung her und ist seit jeher ein Marktführer. In den 1970er-Jahren beginnt die konsequente Umstellung auf biologische Rohstoffe – Hipp wird zu einem der größten Bio-Lebensmittelhersteller Europas. Die Marke hat sich stets über Vertrauen definiert, über ein Gesicht – und über einen Satz: „Dafür stehe ich mit meinem Namen.“ Heute führt Stefan Hipp das Unternehmen in vierter Generation.
„Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein.“
Hipp-Pressestelle
Seit dem 16. April hat dieser kaum ein Auge zugetan. An diesem Tag wird der CEO des Babynahrungsherstellers von Mitarbeitern über die Erpressungs-E-Mail informiert, die am 27. März an ein allgemeines Postfach verschickt wurde. Die Zahlung sollte bis zum 2. April eingehen. Doch das Schreiben wird erst zwei Wochen später entdeckt. Angeblich wird das allgemeine Postfach nur sporadisch überprüft – deshalb blieb die Nachricht so lange unbeachtet. Zu spät. Die Frist war verstrichen.
Am Freitag, dem 17. April um 22.47 Uhr, schlägt Hipp per Aussendung Alarm. Zunächst ist noch keine Rede von Erpressung, sondern lediglich von einem „Produktrückruf“. In der ersten Aussendung heißt es: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Manipulation in den Artikel „HiPP Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel 190 Gramm ein gefährlicher Stoff eingebracht wurde.“ Im Text steht allerdings auch: „Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein.“
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Kurz vor Mitternacht schickt die Austria Presseagentur (APA) daher eine Eilt-Meldung aus. Am Samstag sind zunächst keine Details von Hipp oder den Behörden zu erfahren. Die Polizei hält sich bedeckt, auch Hipp schweigt zu einer möglichen Erpressung. Inzwischen laufen die Telefone bei der Vergiftungsinformationszentrale heiß. Besorgte Eltern fürchten um ihre Kinder.
Am Samstagabend geben das Gesundheitsministerium und die AGES bekannt, dass in den manipulierten Gläsern Rattengift sein könnte. Die AGES schreibt gleichzeitig erstmals von einem mutmaßlichen Erpressungsversuch – weder die deutschen noch die österreichischen Polizeibehörden wollen das aber am Wochenende bestätigen. Auch nicht, als das erste vergiftete Glas im Burgenland auftaucht.
Erst am Montag, dem 20. April, vier Tage, nachdem Hipp das Schreiben entdeckte, erklärt die Polizei Ingolstadt, dass sie Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten Erpressung führt. Ab dann äußert sich auch Hipp zu dem Kriminalfall.
Auf die Schwächsten gezielt
Die verzögerte Kommunikation wird mit ermittlungstaktischen Argumenten begründet. Die Polizei hat Erfahrung, denn Babynahrung ist ein beliebtes und besonders perfides Ziel für Produkterpresser auf der ganzen Welt. Im Jahr 1989 musste der Lebensmittelproduzent Heinz in Großbritannien sämtliche Produkte aus dem Handel nehmen, weil ein Ex-Polizist präparierte Behälter mit Ätznatron, Glasscherben und Rasierklingen in den englischen Supermarktregalen platziert hatte. Mehr als 300 verunreinigte Gläser wurden damals gemeldet. Als Folge wurden Verpackungen manipulationssicher gestaltet – bei Hipp sind das heute etwa das Schutzsiegel sowie der Unterdruck, der den Deckel des Glases leicht nach innen wölbt und beim Öffnen ein „Plopp“-Geräusch verursacht.
Nicht immer geht es den Erpressern um Geld: Im November 2014 verschickte ein Neuseeländer Drohbriefe an den Milchproduzenten Fonterra sowie die neuseeländische Landwirtschaftsvereinigung und forderte, dass das Pestizid Natriumfluoracetat nicht mehr in Neuseeland eingesetzt werden dürfe – andernfalls würde er Säuglingsnahrung damit vergiften.
Und erst 2017 wurden fünf vergiftete Gläschen Babynahrung in einem Supermarkt im deutschen Friedrichshafen gefunden. Damals wie heute wurde grenzüberschreitend ermittelt, die gesamte Bodenseeregion war in Aufregung. Die eigens eingesetzte Sonderkommission „Apfel“ konnte den Täter allerdings überführen und festnehmen, bevor er das erste Glas platziert hatte. Nur einen Monat später wurde der damals 54-Jährige wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer räuberischer Erpressung zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt.
Produkterpressung gilt als klassisches Nachahm-Delikt. Als Anfang der 1990er-Jahre der Kaufhaus-Erpresser Arno Funke unter dem Decknamen „Dagobert“ mit tüftligen Bomben in verschiedenen „KdW“-Filialen für Aufregung sorgte, stiegen die Fallzahlen rapide. Andere Täter gaben an, von fiktiven Darstellungen aus Büchern oder Filmen inspiriert worden zu sein.
Immer wieder sind namhafte Hersteller betroffen, etwa 2010: Ein 27-jähriger Deutscher drohte dem Marmeladen-Produzenten Zentis, vergiftete Marmeladengläser in Umlauf zu bringen. Nachdem Zentis in Kooperation mit der Polizei nach und nach kleine Mengen an Lösegeld ausgezahlt hatte, wurde der Student festgenommen und in Deutschland verurteilt. Statt seine Haft anzutreten, setzte sich der Mann allerdings nach Österreich ab. Hier erpresste er noch im selben Jahr den Süßwarenhersteller Manner und das Feinkostunternehmen Wojnar’s. Um seine Forderung gegen Manner zu unterstreichen, beträufelte er in Tiroler Supermärkten Mozartkugeln mit Spiritus. Das Unternehmen zahlte ihm nach Rücksprache mit der Polizei 15.000 Euro aus. Weil sich Wojnar’s weigerte, hinterließ der Deutsche präparierte Thunfischaufstrich-Proben in Supermarktregalen. Auch in Österreich wurde der Erpresser gefasst und noch 2010 verurteilt.
Erpressen lohnt sich nicht
Was alle diese Fälle eint: Die Täter wurden gefasst und zu langen Haftstrafen verurteilt. Überhaupt gilt Produkterpressung als Delikt mit hoher Aufklärungsquote – auch, weil die Polizei stets drei Anknüpfungspunkte für die Ermittlungen hat: die ursprüngliche Erpressung selbst, die Umsetzung der Drohung und abschließend die Geldübergabe. Das Bundeskriminalamt empfiehlt daher, Erpressungsversuche sofort anzuzeigen, Systeme zu sichern und eng mit den Behörden zusammenzuarbeiten.
Jedes fünfte Unternehmen in Österreich war bereits Ziel eines Erpressungsversuchs, vier Prozent sogar mehrfach. Es ist also alles andere als ein Randphänomen. Mit Abstand am häufigsten handelt es sich um Cybererpressung. Bei sogenannten Ransomware-Angriffen werden etwa Daten gestohlen oder Systeme lahmgelegt, um Unternehmen unter Druck zu setzen.
Oft bleibt es nicht dabei: Täter drohen zusätzlich damit, sensible Informationen zu veröffentlichen, sollte keine Zahlung erfolgen. Besonders für große Unternehmen, Kanzleien oder den Finanzsektor kann das existenzbedrohend sein – ein Datenleck kann enormen Schaden anrichten. Entsprechend hoch ist die Zahlungsbereitschaft der Unternehmen: Der britische Cybersicherheitsanbieter Sophos befragte 2025 rund 3400 IT- und Sicherheitsverantwortliche in 17 Ländern. Ergebnis: Fast die Hälfte der Unternehmen hat bereits Lösegeld bezahlt, um wieder Zugriff auf Daten zu erhalten. In Deutschland lag die Zahlungsbereitschaft sogar bei 63 Prozent. Die durchschnittlich geforderte Summe: rund 600.000 Euro.
Für Österreich gibt es in dieser Erhebung keine eigenen Zahlen – die Entwicklungen gelten jedoch als vergleichbar.
Viele Unternehmen melden Vorfälle gar nicht erst – aus Angst vor Reputationsschäden oder aus Unsicherheit im Umgang mit der Situation. Die Dunkelziffer ist entsprechend hoch. Für Ermittler ist das ein Problem. Schadhafte Produkte, egal ob durch Produktion oder Manipulation – für Unternehmen bedeuten sie oftmals Rückrufe ganzer Produktchargen und verunsicherte Kundinnen und Kunden.
Handeln Unternehmen nicht schnell genug, kann das allerdings rechtliche Folgen haben: Erst Mitte März hatte die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch Nestlé und Danone angezeigt. Die beiden Konzerne sollen die Bekanntgabe von verunreinigter Babynahrung verzögert haben. Verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China hatte seinen Weg in Milchpulver gefunden, das dadurch Durchfall und Erbrechen bei Säuglingen auslösen konnte. Seit Mitte Februar sehen die EU-Behörden die Gefahr in diesem Fall als gebannt, auch das Wiener Marktamt hat bereits ausgeschlossen, dass auf diese Weise verunreinigte Babynahrung noch im Umlauf ist.
Im Jahr 2024 rief Hipp mehrere Produkte zurück, allerdings nicht wegen Erpressung. Stattdessen gab es Hinweise auf eine mögliche Verunreinigung mit der giftigen Pflanze Schwarzer Nachtschatten – verursacht durch einen Fehler in der Lieferkette. Der Verzehr kann Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Der Rückruf erfolgte vorsorglich, Krankheitsfälle wurden nicht bekannt. Im selben Jahr gab es weitere, kleinere Rückrufe einzelner Chargen, nachdem Spuren von Unkrautbestandteilen entdeckt worden waren. Ansonsten gab es nur vereinzelte Rückrufe, auf Chargen beschränkt. Auch im Branchenvergleich stand Hipp bei Rückrufen bislang sehr gut da.
Bis jetzt.
In Schützen am Gebirge, wo ein Vater ein Hipp-Glas mit Rattengift bei sich zu Hause fand und der Polizei meldete, sind die Gläschen Gesprächsthema auf dem Spielplatz. Die Mutter eines Eineinhalbjährigen erzählt vom aufgebrachten Anruf ihrer Mutter, die ihr durchgab, alle Gläschen vorsorglich weggeworfen zu haben. Eine andere Mutter mit Volksschulkindern sagt: „Hätte ich kleine Kinder, ich würde mir das nicht mehr kaufen.“
Nina Brnada
ist Redakteurin im Österreich-Ressort. Davor Falter Wochenzeitung.
Max Miller
ist seit Mai 2023 Innenpolitik-Redakteur bei profil. Schaut aufs große Ganze, kritzelt gerne und mag Grafiken. War zuvor bei der „Kleinen Zeitung“.
Anna Thalhammer
ist seit März 2023 Chefredakteurin des profil und seit 2025 auch Herausgeberin des Magazins. Davor war sie Chefreporterin bei der Tageszeitung „Die Presse“.