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Im Interview wirft Innenminister Gerhard Karner dem FPÖ-Chef zu große Nähe zu den Identitären und ihren Plänen vor. Alle Syrer wieder heimzuschicken, sei „weder realistisch noch vernünftig“. Wer putzt dann die Spitäler, fragt sich der Innenminister.

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Was verstehen Sie unter Remigration?

Karner

Remigration ist ein Kampfbegriff, der von den Identitären, also den neuen Rechten, geprägt wurde. Kickls Vorgänger an der FPÖ-Spitze, Norbert Hofer und Heinz-Christian Strache, haben ihn nicht verwendet, weil sie sich von den Identitären distanziert haben. Kickl verwendet den Begriff nun bewusst.

Ist der Begriff rechtsextrem?

Karner

Ja, weil die Identitären rechtsextrem sind. Das hat auch Herbert Kickl in seiner Zeit als Innenminister 2018 und 2019 so gesehen – nachzulesen im Verfassungsschutzbericht des Jahres 2018, der seine Unterschrift trägt. Darin wird die Identitäre Bewegung als „eine der wesentlichen Trägerinnen des modernisierten Rechtsextremismus“ bezeichnet, „die unser friedliches Miteinander massiv gefährden“. Heute sind die Identitären für Kickl eine „NGO von rechts“, also eine Art Vorfeldorganisation der FPÖ, deren Begriffe man übernimmt.

Halten Sie die FPÖ deswegen als Ganzes oder in Teilen für rechtsextrem?

Clemens Neuhold

Clemens Neuhold

ist seit 2015 Allrounder in der profil-Innenpolitik. Davor „Wiener Zeitung“, Migrantenmagazin biber, Kurier-Wirtschaft. Leidenschaftliches Interesse am Einwanderungsland Österreich.

Anna Thalhammer

Anna Thalhammer

ist seit März 2023 Chefredakteurin des profil und seit 2025 auch Herausgeberin des Magazins. Davor war sie Chefreporterin bei der Tageszeitung „Die Presse“.