Zwei Männer im Anzug, die Minister Hattmannsdorfer und Marterbauer, diskutieren vor österreichischer und EU-Flagge, einer hält Unterlagen in der Hand.
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Warum diese zwei Minister bald Kanzlerkandidaten sein könnten

ÖVP-Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer und SPÖ-Finanzminister Marterbauer haben nichts gemeinsam – außer: Sie könnten ihre Parteichefs ablösen.

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Die Haselmaus – lateinisch: Muscardinus avellanarius – ist ein nachtaktives Nagetier aus der Familie der Bilche – und gefährdet Österreichs Stromversorgung. Im September 2024 hob der Verwaltungsgerichtshof die naturschutzrechtliche Bewilligung für den Bau des Salzachkraftwerks Stegenwald auf. Begründung: Ob der Lebensraum der streng geschützten Haselmaus betroffen ist, sei unzureichend dokumentiert. Der Bau wurde gestoppt – worüber sich Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, ÖVP, auch zwei Jahre später noch echauffieren kann: „Die Haselmaus ist nicht wichtiger als günstige Strompreise.“

Auch Finanzminister Markus Marterbauer, SPÖ, hat zoologische Zuständigkeiten. Bei der Operation „Thunder 2025“ gegen illegalen Tierhandel stellte der österreichische Zoll sechs Elfenbeinfiguren und 55 Ohrringe mit Papageienfedern aus Peru sicher. Im Reiseverkehr wurde eine griechische Landschildkröte – lateinisch: Testudo hermanni – aufgegriffen. Der Finanzminister war stolz: „Der Zoll macht sich im Artenschutz verdient.“

Haselmäuse und Landschildkröten zählen maximal zu den Nebenbeschäftigungen von Hattmannsdorfer und Marterbauer. Hauptberuflich ist der eine für die Wirtschaft des Landes zuständig, der andere für die Finanzen. Hattmansdorfer soll den Standort sanieren, Marterbauer das Geld dafür bereitstellen. In ihren Schlüsselministerien sind sie zur Zusammenarbeit verdammt, auch wenn sie gegensätzlicher kaum sein könnten.

Gernot Bauer

Gernot Bauer

ist seit 1998 Innenpolitik-Redakteur im profil und seit 2025 Leiter des Innenpolitik-Ressorts. Co-Autor der ersten unautorisierten Biografie von FPÖ-Obmann Herbert Kickl.