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China statt VW: Die neue Realität für Österreichs Autozulieferer

Volkswagen ist in der Krise. Das trifft Österreichs Zulieferer hart. Chinesische Produzenten und ihre Aufträge könnten helfen. Geht das auf?

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In Wolfsburg kommt in diesem Sommer entspannte Ferienlaune so gar nicht auf. VW, der Autobauer der Nation, steckt in seiner größten Krise, und die halbe Bundesrepublik schwitzte, als am 9. Juli Volkswagen-Chef Oliver Blume seine Pläne zur „umfassendsten Neuausrichtung der Konzerngeschichte“ dem Aufsichtsrat vorstellte – sprich: den größten Sparplan jemals. Es ging um nichts weniger als die Frage, ob bis zu 100.000 Jobs weltweit wegfallen, vier Autowerke geschlossen werden und zahlreiche Automodelle gestanzt werden sollen. Der Sparplan bekam keine Mehrheit, die Entscheidung wurde vertagt, die Krise bleibt da. Seit Jahren wird ein Abgesang auf die deutsche Autobranche angestimmt, jetzt wird es aber wirklich ernst.

Die Verwerfungen in Wolfsburg kommen im Innviertel an. Michael Benninger und seine 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren in Schalchen Parksensoren, Airbagstecker und Bremsteile für VW und viele andere Autobauer. Er ist der klassische Autozulieferer, um den sich alle Sorgen machen. Umgeben von Maisfeldern und kleinen Wäldern steht die Fabrik. „Wir spüren die VW-Krise schon seit drei Jahren. Das hat richtig wehgetan“, sagt er auf dem Weg zu seiner Fabrikshalle. 

Österreichs Autozulieferer waren immer auf den deutschen Markt ausgerichtet, sie spüren dementsprechend die Krise, und die Branche schrumpft. Aber was können sie tun? Bis vor einigen Jahren war es unvorstellbar, dass chinesische Produzenten in europäischen Werken Autos bauen. Jetzt schlagen manche das als Lösung vor, um leere Fabriken zu füllen und Zulieferern Aufträge zu beschaffen. Aber geht diese Rechnung auf?

Clara Peterlik

Clara Peterlik

ist seit Juni 2022 in der profil-Wirtschaftsredaktion. Davor war sie bei Bloomberg und Ö1.